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Freitag, 20. Dezember 2013

{Tutorial} - Crazy Patchwork


Jetzt mal ehrlich.... bei mir stapeln sich die Stoffreste. Ich kann ja nichts wegwerfen ;) Besonders bei den amerikanischen Designern werde ich schwach - Riley Blake, Robert Kaufmann und Konsorten - wer kennt sie nicht? Mittlerweile habe ich eine ganze Schublade plus eine Blechschachtel voll kleinen und weniger kleinen Webware-Resten. Viel zu schade, um ihr Dasein dort im Dunkeln zu fristen. Daher ging es ihnen - oder einem kleinen Teil von ihnen - jetzt  mal an den Kragen.

Heute zeige ich euch, wie ihr mit Crazy Patchwork ein kleines Visitenkarten-Täschchen nähen könnt (natürlich könnt ihr auch eine Stifterolle, eine Kissenhülle oder - wenn ihr ein Jahresprojekt sucht - eine Bettwäsche nach der Anleitung nähen).

Ihr braucht dazu:
Jede Menge Stoffreste
Eine Schere und/oder einen Rollschneider
Bügeleisen und Bügelbrett
Eure Nähmaschine
Mut zum Mixen ;)


Ihr beginnt, indem ihr 2 Stücke rechts auf rechts legt und mit einem Geradstich zusammennäht. Überstehende Reste schneidet ihr einfach ab.


Danach nehmt ihr ein weiteres Stück, das mit der Kante halbwegs an eine des vorher genähten Stücks passt und näht das wiederum dran. Danach schnappt ihr euch ein Lineal und begradigt eure Kanten. Das geht am leichtesten mit einem Rollschneider. Alternativ zeichnet ihr euch mit einem Stoffmalstift eine Linie und schneidet es mit der Schere gerade.


In diesem Stil geht es dann fröhlich weiter. Zwischendurch immer brav bügeln, sonst verzieht sich das Werk und ihr bekommt Falten rein.


Da die Kanten immer länger werden, ergibt es sich, dass auch die benötigten Stoffstücke immer größer werden. Da Crazy Patchwork aber von der Vielfalt und dem Farb- und Mustermix lebt, nehme ich nach einer Zeit ein Patchworklineal (oder eine Schablone, oder auch einfach nur ein normales Lineal) und zerschneide mein vorher mühsam zusammengestückeltes Stück Stoff einfach wieder ;) Auf dem oberen Bild seht ihr 2 daraus entstandene Quadrate und das Reststück, an dem ich dann weiter gearbeitet habe, nachdem die Kanten wieder kürzer geworden sind.  Wenn ihr genügend solche Stücke geschnitten habt, könnt ihr sie zum finalen Stoffstück zusammenfügen.


Für mein Täschchen habe ich daraus dann 2 Rechtecke mit den Maßen 9x21 cm plus Nahtzugabe ausgeschnitten.


Diese Stücke legt ihr dann wiederum rechts auf rechts und näht einmal rundherum. Nicht vergessen: Wendeöffnung lassen! Durch diese wird das Ganze dann... ja.. richtig... gewendet ;) Danach steppt ihr die Naht nochmal von rechts ab und verschließt dabei auch gleich die Wendeöffnung.


Anschließend sucht ihr euch ein paar Visitenkarten und Kundenkarten zusammen, die bisher irgendwo lose herumgeflogen sind, weil sie in der Geldbörse keinen Platz mehr hatten ;) Diese legt ihr auf euer Stoff und klappt die Unterkante so weit nach oben, bis ihr mit der Position zufrieden seid. Steckt euch den Stoff mit Stecknadeln oder Quiltclips fest, entfernt die Karten und näht links und rechts an den Kanten entlang, so dass ein Täschchen entsteht. Diesen Schritt können geübte Näher auch gleich zusammen mit dem Absteppen und dem Schließen der Wendeöffnung erledigen.

Nun kommt noch der Verschluss dran. Ich habe mich hier für einen Kamsnap entschieden und diesen mit einem farblich passenden Blümchen hinterlegt. Ihr könnt aber auch einen normalen Druckknopf, Klettband oder ein Gummiband nehmen, das ihr in den Kanten fixiert und durch das ihr dann die Lasche zieht. Ganz, wie es euch gefällt.




Und hier ist es, das kunterbunte Unikat :)


Viel Spaß beim Nachnähen und einen schönen Tag wünsche ich euch,
liebe Grüße,



Samstag, 1. Juni 2013

Ladies, let me introduce you to...(5)


Ladies, let me introduce you to...



"kitzkatz design" 
 



Seit wann betreibst du deinen Blog/Shop und was findet man bei dir?

Mit dem Bloggen habe ich im Mai 2010 begonnen, 
mit dem Shop stehe ich gerade in der Eröffnungsphase. 

Was man bei mir findet? 
Im Shop hauptsächlich fröhlich bunte selbst genähte Kinderkleidung und in Zukunft vielleicht auch Malmappen, Kuscheltiere, Täschchen und regenbogenbunte Patchworksachen. 
Im Blog gibt es neben den selbst genähten Kindersachen auch ab und zu Anleitungen/Tutorials, die Rainbow Style Weeks zum gemeinsamen regenbogenbunten Werkeln, Selbstgemachtes für mich, DIY aus Holz und natürlich immer und immer wieder allerlei mit Katzen. 
 



Wie bist du auf deine Geschäftsidee gekommen und war es schwer, Fuß zu fassen?

Auf die Idee, meine Sachen nicht nur für die eigenen Kinder zu nähen, sondern auch zu verkaufen, bin ich gekommen, weil so viele Leute im Bekanntenkreis immer Aufträge für mich hatten und ich dem einen offiziellen und legalen Rahmen geben wollte. 
Aber wie das mit dem Fuß fassen geklappt hat, solltest du mich vielleicht dann in ein, zwei Jahren erst fragen … 




Erzählst du uns auch ein bisschen was über dich?

Ich heiße Kitzkatz, habe ein kuscheliges, flauschiges Fell und ein selbst genähtes Körbchen. 
Dort liege ich meistens und nähe … 
hm, nein. 

Ich heiße Anneliese, bin 40 Jahre alt, habe zwei Töchter, mindestens vier Katzen, ein paar Nähmaschinen und ein großes Regal mit viel Stoffchaos.
 In meinem Vor-Näh-Leben habe ich ein Übersetzerstudium für Französisch und Japanisch abgeschlossen und dazu eine Ausbildung für Markt- und Meinungsforschung absolviert. Nebenbei und danach habe ich bis zur Geburt meiner zweiten Tochter als Lektorin gearbeitet.

 Kreativ war ich schon immer gerne. Als Kind dachte ich aber eigentlich, dass ich Schriftstellerin werden möchte, als Teenager habe ich mich als Konzert-Cellistin gesehen, zwischendurch war ich ganz dem Malen mit Buntstiften verfallen und erst 2008 habe ich mit dem Nähen begonnen – eher zufällig, weil die liebe Bekannte, die vorher einige wunderschöne Stücke für meine Mädchen genäht hatte, gerade keine Zeit hatte, und ich deshalb probieren wollte, ob ich das nicht vielleicht doch auch selbst kann. Ich konnte nicht wirklich, aber das Feuer war entfacht, und so musste ich weitermachen.



Was war dein bisher aufwendigstes privates Projekt?

Hm, da gab es schon einige. 

Sehr aufwendig sind immer Quilts/Patchwork-Decken, da habe ich zuletzt für meine Schwiegermutter eine Regenbogen-Streifen-Decke und für mein großes kleines Mädchen eine Katzen-Decke genäht. 

Von den Shirts, die ja gewissermaßen mein Standard-Nähdings sind, war mit Abstand mein aufwendigstes das Haring-Shirt

Nicht genäht, aber ein enorm aufwendiges DIY-Projekt war im vergangenen Jahr unser Monster-Puppenhaus aus Holz.
 


Bist du auch schon mal gescheitert oder hast du eine lustige Anekdote für uns?

Hm, gescheitert bin ich natürlich zwischendurch schon oft, aber Aufgeben ist nicht so mein Ding. Geduld zähle ich eigentlich zu meinen Stärken und normalerweise bleibe ich an einer Sache so lange hartnäckig dran, bis ich sie durchgezogen habe. 

Beim Nähen komplett gescheitert bin ich deshalb eher selten, einmal im ersten Jahr habe ich eine „Alles dabei“-Tasche in den Mistkübel geworfen, weil sie so derart verkehrt zusammengenäht war, dass sie einfach nicht mehr zu retten war. Aber normalerweise trenne ich schon so lange und so oft auf, bis ein fertiges Teil herauskommt. Scheitern kann ich so aber trotzdem. 

Weihnachten 2011 habe ich zum Beispiel unbedingt beim „Weihnachtskleid Sew Along“ mitmachen wollen und mir sogar zwei Weihnachtskleider nähen wollen. Ich habe auch beide fertig bekommen (siehe oben – Hartnäckigkeit, Geduld … man könnte auch „Dickschädel“ sagen), aber wirklich gut ausgesehen haben sie beide nicht an mir, und, was der entscheidende Punkt ist: Ich habe keins der beiden je getragen, außer fürs Foto. Also gescheitert auf voller Linie, wenn man es genau nimmt. ;-) 
 



Was hast du für die Zukunft geplant?

In den nächsten Monaten möchte ich gerne meinen Webshop weiter ausbauen und außerdem bei einem Regal-Miet-Shop mitmachen – dieses Konzept gefällt mir nämlich besonders gut.

Außerdem möchte ich gerne weiterhin auch viel für mich selbst nähen, das macht mir in letzter Zeit besonders viel Spaß. Am Blog soll es auch in Zukunft immer wieder kostenlose Anleitungen geben (demnächst, möglichst noch im Juni, ein Tutorial für einen Stoff-Axolotl, dafür bekomme ich nämlich laufend Anfragen) und auch, wenn meine Leserinnen wieder Lust haben, im Spätsommer oder Herbst wieder eine Rainbow Style Week. Ideen hätte ich genug.  
 


Wie sieht dein perfekter Tag aus?

Er hat auf jeden Fall mehr als 24 Stunden, meine normalen Tage sind nämlich immer zu kurz.




Und zum Schluss: Wie lautet dein DIY-Motto?

Zuerst: Inspiration ist überall. 
Und dann, bei der Umsetzung: Geht nicht gibts nicht. 


 



Ich hoffe, euch gehts wie mir und ihr seid begeistert von Annelieses Kreativität und Talent! Besucht doch mal den Kitzkatz-Blog und lasst euch inspirieren. Dort wird es wirklich nie langweilig :)

Und zu kaufen gibts die original Kitzkatz-Designs auch und zwar hier! NOCH konnte ich widerstehen, aber das liegt daran, dass einfach noch nicht die passende Größe dabei war *lach*.


Liebe Grüße und bis bald,

Sonntag, 17. März 2013

{Tutorial} - Regenbogenrock

Lust auf Frühling? 
Heute habe ich einen regenbogenbunten Kinder-Patchworkrock im Programm, der garantiert Laune macht. Und kleine Webwarereste hat ja vermutlich jede Stoff-Freundin in diversen Laden und Kisten herumfliegen ;) Also... dann gehts denen mal an den Kragen!






Und so wirds gemacht: 

Zuerst wird der Bauchumfang des Kindes benötigt. Dazu messe bitte einen vorhandenen, passenden Rock am Bund ab und nimm diesen Wert doppelt oder miss direkt am Bauch des Kindes. Dazu gibst du noch 3 cm Naht- und Wachstumszugabe (lila Linie). Als zweiten Schritt muss man sich überlegen, wie viel größer der untere Rand werden soll. Ich habe mich für eine Verdoppelung entschieden, man kann es aber natürlich auch noch breiter machen, dann fliegt der Rock besser.

Wir vervielfachen also unsere lila Linie zur blauen Linie wie gewünscht. Danach berechnen wir die grüne und pinke Linie wie folgt:  
Pink = Lila + ((blau – lila) /3)
Grün = Blau – ((blau – lila) / 3)

In meinem Fall war das die Berechnung für eine Zweijährige:

Gemessene Bundweite eines Jeansrocks: 23,5 cm
Lila = 23,5x2 (da der Bund nur einfach gemessen wurde) = 47 + 3 cm NZG = 50 cm
Blau = 50x2 = 100 cm (gewählte Verbreiterung)
Pink = 50+((100-50)/3) = 50 + 16,65 = 66,65 cm
Grün = 100-((100-50)/2 = 100 – 16,65 = 83,35 cm

Die passende Rocklänge erhältst du, indem du den vorhandenen Rock abmisst oder wieder direkt am Kind misst.  Diesen Wert teile nun durch 3, das ergibt die Schnittteilhöhe ohne Zugaben. Danach teile für die waagrechten Schnittkanten deine oben berechneten Umfangwerte durch 8 und notiere diese. 

Nimm dir ein Blatt Papier und zeichne mittig eine senkrechte Mittellinie. 
Diese teilst du nun in der Höhe folgendermaßen ein: 

1. Abschnitt: Ein Drittel Rocklänge + 2 cm Saumzuschlag oben und  1 cm Nahtzugabe unten
2. Abschnitt: Ein Drittel Rocklänge + 1 cm Nahtzugabe oben und unten
3. Abschnitt: Ein Drittel Rocklänge + 1 cm Nahtzugabe oben und 2 cm Saumzuschlag unten 

Ziehe waagrechte Linien im rechten Winkel zur Mittellinie an diesen Punkten.
Das sieht nun so aus:

Nun gibst du noch je 1 cm links und rechts als Nahtzugabe dazu und schon kannst du deine Schnittteile ausschneiden. Beachte:  der Stoffzuschnitt erfolgt nun OHNE zusätzliche Nahtzugabe, da diese schon im Schnittmuster enthalten ist.
Ich habe meine Stoffe farblich so aufgeteilt:


Du beginnst nun mit einem der kleinen Teile und nähst das nächste senkrechte Teil rechts auf rechts an (Nr. 1). Danach das dritte Teil gleich dazu (Nr. 2). Und schon hast du ein Achtel des Oberrockes fertig ;) Nachdem du alle Bahnen des Rockes zusammengesetzt hast, kannst du diese ebenfalls rechts auf rechts aneinander fügen (siehe rote gestrichelte Linie). Am besten fertigst du dir vor dem Nähen eine kleine Skizze an, um nicht durcheinander zu kommen.

Herzlichen Glückwunsch, der Oberrock ist nun fertig.

Nun geht’s ans Füttern:

Ich habe dazu einen Vorhangstoff genommen ;-) Dazu habe ich den Stoff doppelt auf meine Schneidematte gelegt und den Oberrock als Schnittmuster genommen (einfach an den Stoffbruch gelegt). Unten habe ich 3 cm Nahtzugabe dazugegeben, weil ich wollte, dass der Futterstoff etwas hervorblitzt.

Dann schließt man das Futter rechts auf rechts zu einem Ring, wendet den Oberrock und steckt das Futter so hinein, dass die rechten Seiten wieder zueinander sehen (also die „unschöne“  Oberrock-Seite außen ist). Danach wird unten einmal rundherum genäht  und der Rock gewendet. Nun hat man oben noch eine offene Seite, die nun auch versäubert und geschlossen wird (entweder mit der Overlockmaschine, oder mittels Gerad- und Zickzackstich der normalen Nähmaschine). 

Nun ist der Rock fast fertig. Damit er auch richtig passt, nimmt man nun ein Gummiband und misst die gedehnte, passende Länge direkt am Kind ab und gibt 3 cm zu, die man zum Fixieren braucht. Der Rock wird oben passend nach innen eingeschlagen - besser etwas zu viel, als zu wenig, sonst passt am Ende das Gummiband nicht durch ;) – und mit einem Geradstich festgenäht. Dabei lässt man eine kleine Öffnung von ca. 2 cm, durch die man das Band einziehen kann. Das geht am besten mit einer kleinen Sicherheitsnadel, die man am Ende des Gummis festmacht. Diese kann man dann ziemlich leicht durch den Tunnel schieben. Wenn man durch ist, näht man die Enden zusammen. Dazu lappt man nun die zugegebenen cm übereinander und näht ein paar Mal per Hand oder mit der Maschine darüber. Danach wird die Einzugsöffnung noch verschlossen und schon ist es geschafft.

Ich habe bei meinem Rock noch eine Häkelborte am unteren Ende aufgenäht, aber das ist ja persönliche Geschmackssache ;)

Hier könnt ihr euch die gesamte Anleitung samt den Grafiken als pdf speichern.

Viel Erfolg und Spaß beim Nähen!

Liebe Grüße,